Arbeitsrecht: Fristlose Kündigung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Arbeitsrecht: Fristlose Kündigung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Das Arbeitsverhältnis kann außerordentlich (fristlos oder mit einer sozialen Auslauffrist) gemäß § 626 BGB gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, aufgrund dessen dem Arbeitgeber unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit dem Mitarbeiter nicht einmal mehr bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist oder vereinbarten Beendigung zugemutet werden kann. Anwalt Arbeitsrecht Berlin

Der Begriff des „wichtigen Grundes“ ist ein sogenannter unbestimmter Rechtsbegriff, der der Ausfüllung bedarf. Die sexuelle Belästigung einer Arbeitnehmerin am Arbeitsplatz ist jedoch an sich schon ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung, da gemäß § 2 II BeschSchG die sexuelle Belästigung eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten seitens des Belästigers darstellt, die ohne vorherige Abmahnung eine sofortige außerordentliche Kündigung rechtfertigt. Voraussetzung hierfür ist jedoch der Nachweis der sexuellen Belästigung. Rechtsanwalt Berlin bei Kündigung

https://fachanwaltfürarbeitsrecht.netUnter sexuelle Belästigungen fallen nicht nur die Straftaten des Strafgesetzbuches, sondern auch sonstige sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen oder Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie das Zeigen und sichtbare Anbringen pornografischer Darstellungen, die von den Betroffenen erkennbar abgelehnt werden. hier klicken

Selbstverständlich muss die Ablehnung derartiger Verhaltensweisen für den Belästiger aus Sicht eines neutralen Beobachters erkennbar sein. Zwar bedarf es hierfür keiner verbalen Äußerungen der Mitarbeiterin. Jedoch muss die Ablehnung aus den Umständen eindeutig gefolgert werden können, so dass erstmaliges und einmaliges Fehlverhalten, das nicht strafrechtsrelevant ist, nicht ausreichend ist. Ein rein passives Verhalten, wie z.B. ein zögerndes, zurückhaltendes Geschehenlassen gegenüber einem drängenden, durchsetzungsfähigen Belästiger, der zudem Vorgesetzter ist, kann unter Umständen aber genügen. 

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