Freitag, 20 Februar 2026 10:00

99Fire-Films ehrt Ultrakurzfilm in Berlin

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Preisverleihung der 99Fire-Films in der Astor Lounge in Berlin mit Kiera und Spencer Chaplin. Preisverleihung der 99Fire-Films in der Astor Lounge in Berlin mit Kiera und Spencer Chaplin. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Während der Berlinale wurde in Berlin erneut der weltweit größte Ultrakurzfilmwettbewerb entschieden. Die 99Fire-Films vergaben ihren Preis in 4 Kategorien. Zahlreiche Gäste kamen in die ausverkaufte Astor Lounge am Kurfürstendamm. Darunter auch prominente Namen. Am Donnerstagabend versammelten sich Filmschaffende, Jury-Mitglieder und Gäste zur Preisverleihung. Der 99Fire-Films-Award gilt als größter Ultrakurzfilmwettbewerb der Welt. Er findet jährlich parallel zur Berlinale statt, die unter https://www.berlinale.de offiziell präsentiert wird. Hinweise zur aktuellen Lage der Berliner Kultur zeigen, wie wichtig solche Plattformen für Filmschaffende sind.

Inhaltsverzeichnis

Stefan Kiwit und der Wettbewerb 99Fire-Films

Der Wettbewerb wurde 2009 von Start-up-Unternehmer Stefan Kiwit gegründet. Die Idee entstand als kreative Herausforderung für junge Talente. Das Konzept ist klar definiert.

Die wichtigsten Regeln:

  1. Produktion eines Films in exakt 99 Stunden
  2. Maximale Länge von 99 Sekunden
  3. Fester thematischer Rahmen
  4. Zeitgleiche Bekanntgabe des Themas für alle angemeldeten Teams

Das Thema 2024 lautete „2035 – The Human Story Beyond Tomorrow“. Hunderte Beiträge wurden weltweit eingereicht. 50 Filme schafften es in die Vorauswahl. Die Jury diskutierte nach eigenen Angaben rund 8 Stunden über die Gewinner.

Jury-Mitglied Sönke Möhring betonte die Eigenständigkeit des Kurzfilmgenres. Er verwies darauf, dass Kurzfilme ebenso große Kunstwerke sein könnten wie Langfilme. Zugleich zeigte er sich überrascht über die stark dystopischen Zukunftsbilder vieler Einreichungen.

Auch Roman Knižka, ebenfalls Juror, bestätigte die Dominanz dystopischer Motive. Er sitzt bereits zum zweiten Mal in der Jury. Er verwies auf den enormen Druck der 99-Stunden-Challenge. Sobald das Thema veröffentlicht wird, müssen Idee, Schauspieler und Umsetzung sofort organisiert werden. Weitere Hintergründe zu kulturellen Entwicklungen gibt es hier.

Kiera Chaplin und Spencer Chaplin in Berlin

Zur Preisverleihung erschienen Kiera Chaplin und Spencer Chaplin, die Enkel von Charlie Chaplin, der 1977 verstarb. Ihre Teilnahme sorgte für besondere Aufmerksamkeit während der Berlinale.

Kiera Chaplin, 43 Jahre alt, war bereits mehrfach in Berlin. Zuletzt besuchte sie die Stadt vor drei Jahren zur Weltpremiere einer restaurierten Fassung eines Films ihres Großvaters bei der Berlinale. Sie schätzt Klassiker wie „Woman of Paris“ aus dem Jahr 1923. Gleichzeitig verfolgt sie moderne Serien wie „Game of Thrones“ und „Ozark“.

Eine eigene Filmkarriere plant sie nicht. Ihre Tante Geraldine Chaplin ist im Filmgeschäft tätig. Kiera Chaplin arbeitete stattdessen lange als Model. 2001 wurde sie von Peter Lindbergh für den Pirelli-Kalender fotografiert. Heute lebt sie in Belfast in Irland. Gemeinsam mit ihrem Bruder Spencer vertreibt sie Spirituosen der Marke „Generation Chaplin“. Mit diesen Produkten unterstützte sie die Aftershow-Party der Veranstaltung.

Filme Verlotterung, End of the Line und Red Dot

In 4 Kategorien wurden Preise vergeben. Die Gewinner im Überblick:

  • Beste Idee & Storytelling
    Film „Verlotterung“
    Hauptrolle Jonathan Schaefer
  • Beste Kamera & Bildgestaltung
    Team „Matchpoint“
    Film „End of the Line“
    Regie und Drehbuch Moritz Sachau
  • Kreativster Einsatz von KI
    Film „Red Dot“
    Preis inklusive Gratis-Abo des KI-Portals Freepik

Die Jury würdigte insbesondere die technische Qualität und die kreative Verdichtung der Geschichten auf 99 Sekunden.

Hauptpreis für New Living und Team Ad Art

Den Hauptpreis gewann der Film „New Living“. Das Werk thematisiert unbezahlbare Wohnungen in der Zukunft. Diese werden in der Filmhandlung durch kostenintensive virtuelle Erlebnisse kompensiert. Parallelen zur aktuellen Wohnungsknappheit in Berlin werden deutlich.

Das Team „Ad Art“ nahm die Auszeichnung entgegen. Zur Gruppe gehören:

  • Benny Regie und Konzept
  • Luka
  • Alex
  • Nils
  • Tabea abwesend
  • Steffi abwesend

Das Preisgeld beträgt 9999 Euro. Auf die Frage von Moderatorin Mariattma Jadie nach der Verwendung antwortete das Team, dass es damit nicht gerechnet habe. Die Nominierung sei zuvor bereits ihr größter Erfolg gewesen.

Zum Inhalt erklärten die Gewinner, dass bezahlbarer Wohnraum schon heute für viele Menschen ein Problem sei. Sie verwiesen darauf, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen könne.

Mit der erneuten Durchführung während der Berlinale bestätigte 99Fire-Films seine Rolle als Plattform für junge Filmschaffende aus aller Welt. Die Kombination aus 99 Stunden Produktionszeit, 99 Sekunden Filmlänge und einem festen Thema bleibt das zentrale Merkmal des Wettbewerbs.

FAQ

Was ist der 99Fire-Films-Award?

Der 99Fire-Films-Award ist der weltweit größte Ultrakurzfilmwettbewerb, bei dem Filme mit einer Länge von maximal 99 Sekunden innerhalb von 99 Stunden produziert werden.

Wer gründete den Wettbewerb 99Fire-Films?

Der Wettbewerb wurde 2009 von dem Start-up-Unternehmer Stefan Kiwit ins Leben gerufen.

Welches Thema hatte der Wettbewerb im Jahr 2024?

Das Thema lautete „2035 – The Human Story Beyond Tomorrow“.

Wie viele Filme schafften es in die Vorauswahl?

Aus Hunderten internationalen Einreichungen wurden 50 Ultrakurzfilme für die Vorauswahl nominiert.

Wer gewann den Hauptpreis?

Den Hauptpreis gewann der Film „New Living“ vom Team „Ad Art“.

Wie hoch war das Preisgeld?

Das Preisgeld für den Hauptpreis betrug 9999 Euro.

Welche prominenten Gäste nahmen an der Preisverleihung teil?

Anwesend waren unter anderem Kiera Chaplin und Spencer Chaplin, die Enkel von Charlie Chaplin.

Wo fand die Preisverleihung statt?

Die Preisverleihung wurde in der ausverkauften Astor Lounge am Kurfürstendamm in Berlin veranstaltet.

Quelle: TAGESSCHAU, PATIZONET

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