Montag, 19 Januar 2026 16:24

Bewegung in Berlins Clubszene

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Neue Orte prägen den Wandel der Berliner Clubkultur. Neue Orte prägen den Wandel der Berliner Clubkultur. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Berlin startet in das neue Jahr mit Veränderungen in der Clublandschaft. Mehrere bekannte Orte schlossen, gleichzeitig entstanden neue Spielstätten. Nach Einschätzung der Clubcommission bleibt das Feiern in der Hauptstadt weiterhin möglich. Der Markt ordnet sich neu. Alte Standorte verschwinden, neue Flächen kommen hinzu. Entscheidungen fallen schrittweise. Entwicklungen betreffen sowohl zentrale Bezirke als auch Randlagen und stehen im Zusammenhang mit der Debatte um die Zukunft der Berliner Kultur.

Inhaltsverzeichnis

SchwuZ Berlin

Insolvenz und letzte Party

Der queere Kultclub SchwuZ veranstaltete im November seine vorerst letzte Party. Ende Juli meldeten die Betreiber Insolvenz an. Sie erklärten, man habe frühzeitig gehandelt, um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Sparprogramme liefen. Strukturelle Anpassungen wurden umgesetzt. Trotzdem blieb die finanzielle Lage kritischer als erwartet. Die Entwicklung reiht sich in eine breitere Diskussion über Club- und Kneipenschließungen in mehreren Bezirken ein.

Perspektiven für eine Rückkehr

Die Zukunft ist offen. Interne Gespräche, Sondierungen und Planungen laufen. Konkrete Entscheidungen gibt es noch nicht. Marcel Weber, Vorstandsvorsitzender der Clubcommission, betonte, dass die letzte Messe noch nicht gelesen sei. Es existieren Bestrebungen für einen neuen Standort. Eine Wiedereröffnung noch im laufenden Jahr gilt als möglich. Zusätzlich stehen Optionen im Raum, erneut Clubnächte am bisherigen Ort zu organisieren. Unter den Bewerbungen für eine Nachnutzung befinden sich erfahrene Akteure aus der Berliner Szene.

Flughafen Tegel und Tempelhof

Neue Nutzungen am ehemaligen Flughafen Tegel

Unerwartete Orte rücken in den Fokus. Am stillgelegten Flughafen Tegel plant das Kollektiv Khisdapaze Kulturveranstaltungen und Raves. Vorgesehen ist die ehemalige Frachtkantine. Bereits im Vorjahr organisierte das Kollektiv Open-Air-Partys auf dem Flugfeld. Hinzu kam ein Wintermarkt. Die Flächen bieten große Kapazitäten und flexible Nutzungsmöglichkeiten, mehr dazu hier.

Clubexperimente am Flughafen Tempelhof

Auch am zweiten ehemaligen Stadtflughafen gibt es Bewegung. In der Alten Feuerwache am Hangar des Flughafens Tempelhof soll weiter getanzt werden. Im vergangenen Jahr fanden dort über zwei Monate Club- und Kulturexperimente statt. Die Clubcommission setzt sich für eine Fortführung ein. Ziel ist eine dauerhafte kulturelle Nutzung der bestehenden Infrastruktur.

Avus und Spandau

Partys an der Stadtautobahn Avus

Neue Clubs entstehen auch an ungewöhnlichen Orten. Auf den ehemaligen Zuschauertribünen der Avus fanden im Dezember erste Veranstaltungen im Club C115 statt. Die Location nutzt bestehende Bauwerke. Das Konzept verbindet Verkehrsgeschichte mit Clubkultur. Sicherheitsfragen bleiben dabei ein Thema, wie auch bei Einsätzen zuvor in anderen Berliner Clubs.

Neueröffnung in Spandau

Im Westen der Stadt kam ein weiterer Standort hinzu. Im November eröffnete der AM Club auf dem Gelände einer ehemaligen Molkerei in Spandau. Dass neue Clubs außerhalb der klassischen Hotspots entstehen, bewertet Marcel Weber gelassen. Spandau sei von Charlottenburg aus schneller erreichbar als Friedrichshain oder Kreuzberg. Die Clubcommission verfolgt das Ziel, die Stadt als Ganzes zu betrachten. Vorherrschend seien Hoffnung und Optimismus für die weitere Entwicklung der Berliner Clubkultur.

Prüfe die Standorte der Nachtclubs in Berlin auf Google Maps:

Karte: Google Maps

Quelle: Berliner Morgenpostm, Milekcorp

FAQ

Warum verändert sich die Berliner Clubszene aktuell so stark?

Die Berliner Clublandschaft befindet sich in einer Phase der Neusortierung. Schließungen, Insolvenzen und gleichzeitig neue Standorte führen zu strukturellen Veränderungen, ohne dass von einem flächendeckenden Clubsterben gesprochen wird.

Was ist der aktuelle Stand beim Club SchwuZ?

Der queere Kultclub SchwuZ meldete Ende Juli Insolvenz an und feierte im November seine vorerst letzte Party. Gespräche über eine mögliche Wiedereröffnung, einen neuen Standort oder temporäre Clubnächte laufen weiterhin.

Welche Rolle spielen ehemalige Flughäfen für neue Clubformate?

Stillgelegte Stadtflughäfen wie Tegel und Tempelhof werden zunehmend für Kulturveranstaltungen genutzt. Geplant sind dort Raves, Clubnächte und temporäre Kulturexperimente in vorhandenen Gebäuden.

Wo sind neue Clubs in Berlin entstanden?

Neue Clubs entstanden unter anderem an der Stadtautobahn Avus mit dem Club C115 sowie in Spandau mit dem AM Club auf dem Gelände einer ehemaligen Molkerei.

Wie bewertet die Clubcommission die Entwicklung?

Die Clubcommission sieht trotz wirtschaftlicher Herausforderungen weiterhin Perspektiven für die Berliner Clubkultur. Der Fokus liegt auf neuen Standorten, flexibler Nutzung von Flächen und einer gesamtstädtischen Betrachtung.

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