Inhaltsverzeichnis:
- Warteschlangen und Ausfälle in Schönefeld
- 95.000 Passagiere erwartet
- Auswirkungen auf Brüssel, Dublin und London
- Angriff auf IT-Dienstleister Collins Aerospace
Warteschlangen und Ausfälle in Schönefeld
Schon am frühen Montagmorgen bildeten sich an mehreren Schaltern im Terminal Warteschlangen. Ein Flug nach Brüssel musste gestrichen werden, weitere Verbindungen sind verspätet. Laut Angaben eines Flughafensprechers beträgt die Verzögerung bei vielen Flügen mehr als 60 Minuten.
Das Flughafenpersonal arbeitet seit Samstag ohne funktionierende Computersysteme. Für den Check-in werden Papierlisten und Stifte eingesetzt. Bereits am Wochenende kam es dadurch zu Störungen, darunter zu einem Kofferstau am Sonntag.
95.000 Passagiere erwartet
Der Flughafen BER verzeichnete am Montag ein außergewöhnlich hohes Passagieraufkommen. Statt der üblichen 75.000 bis 85.000 Reisenden an einem Montag wurden 95.000 Menschen erwartet. Grund war die Rückreise tausender Marathonläufer aus Berlin.
Die Verantwortlichen gaben konkrete Empfehlungen:
- Online-Check-in nutzen.
- Gepäck möglichst selbstständig an Automaten aufgeben.
- Rechtzeitig am Terminal erscheinen.
Für die Sportler gab es eine zusätzliche Regelung. Marathonläufer sollten ihre Medaillen nicht um den Hals tragen, sondern im Handgepäck transportieren und separat bei der Kontrolle vorzeigen. Damit sollten Verzögerungen bei den Sicherheitskontrollen verhindert werden.
Auswirkungen auf Brüssel, Dublin und London
Auch andere europäische Flughäfen sind von der Cyberattacke betroffen.
- Brüssel: Dort forderte die Flughafenleitung die Fluggesellschaften auf, rund 50 Prozent der geplanten Abflüge am Montag zu streichen. Reisende wurden gebeten, zwei bis drei Stunden vor Abflug zu erscheinen.
- Dublin: Der Flughafen meldete am Sonntag 13 gestrichene Flüge. Technische Probleme führten zu weiteren Verzögerungen.
- London Heathrow: Noch am Sonntag hatten Mitarbeiter Schwierigkeiten, den regulären Betrieb wiederherzustellen. Auf der Internetseite des Airports wurde darauf hingewiesen, dass die Check-in-Störungen weiter andauern. Ein Großteil der Flüge konnte jedoch wieder planmäßig durchgeführt werden.
Angriff auf IT-Dienstleister Collins Aerospace
Der Auslöser war ein Cyberangriff auf den IT-Dienstleister Collins Aerospace am Freitagabend. Das Unternehmen bestätigte den Angriff und arbeitet seitdem an der Wiederherstellung der Systeme. Laut eigenen Angaben befinden sich die notwendigen Updates in der Endphase.
Die internationale Flugsicherungsorganisation Eurocontrol teilte mit, dass die Flughäfen Berlin, Brüssel, Dublin und London Heathrow von den Folgen betroffen seien. Andere große deutsche Flughäfen meldeten keine Einschränkungen. Wann am BER wieder ein normaler Betrieb möglich sein wird, ist weiterhin unklar.
Quelle: rbb24, YouTube