Montag, 12 Mai 2025 11:48

Energetische Sanierung in Berlin

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Fernwärme Fernwärme Foto: pixabay

Rund 3,5 Milliarden Euro sollen bis 2033 in die energetische Sanierung landeseigener Wohngebäude in Berlin fließen. Ziel ist es, CO₂-Emissionen deutlich zu senken und gesetzliche Vorgaben der Europäischen Union zu erfüllen. Doch die Kosten dürften auch viele Mieterinnen und Mieter treffen. Die finanzielle Last und die praktische Umsetzbarkeit werfen Fragen auf.

Inhaltsverzeichnis:

Gewobag trägt Hauptlast der Investitionen

Ein Drittel der geplanten Investitionen entfällt auf die Gewobag. Das Unternehmen besitzt besonders viele Wohnungen in den drei schlechtesten Energieeffizienzklassen. Der Sanierungsbedarf ist entsprechend hoch. Auch andere landeseigene Gesellschaften wie Berlinovo und Degewo wollen ihre Emissionen stark reduzieren.

Gewobag plant, ihre CO₂-Emissionen von derzeit 25,5 auf unter 20 Kilogramm pro Quadratmeter jährlich zu senken.

Berlinovo strebt eine Reduktion von knapp 20 auf 10,5 Kilogramm CO₂ je Quadratmeter an.

Insgesamt wollen alle landeseigenen Unternehmen den CO₂-Ausstoß pro Quadratmeter um über 30 % reduzieren.

Mehr als 37.000 Wohnungen in öffentlicher Hand entsprechen derzeit nicht der von der EU geforderten Effizienzklasse E. Bis 2033 müssen sie entsprechend aufgewertet werden.

Mieterinnen und Mieter müssen mit höheren Kosten rechnen

Die Sanierungen bringen laut der Berliner Senatsverwaltung höhere Mietkosten mit sich. Das politisch angestrebte Ziel der Warmmietenneutralität wird in der Praxis kaum erreicht. Die nötigen Investitionen werden in der Regel durch Kredite finanziert. Diese sollen später durch Mietanpassungen ausgeglichen werden.

Laut Kooperationsvereinbarung zwischen Land und Wohnungsunternehmen:

  • Dürfen maximal 2 Euro pro Quadratmeter monatlich über sechs Jahre hinweg auf die Miete umgelegt werden.
  • Die wirtschaftliche Belastbarkeit der Mieter muss bei der Planung berücksichtigt werden.

Trotzdem bleibt unklar, wie sozialverträglich die Maßnahmen für einkommensschwache Haushalte sein werden.

Linke fordert staatliche Unterstützung

Niklas Schenker, wohnungspolitischer Sprecher der Linken, unterstützt die energetischen Umbauten grundsätzlich. Gleichzeitig warnt er vor sozialen Folgen. Er fordert, dass die Miete nur so weit steigt, wie es durch Einsparungen bei Heiz- und Energiekosten ausgeglichen werden kann.

Zudem fordert er mehr Eigenkapital für die Unternehmen – ohne zusätzliche Haushaltsbelastung und im Rahmen der Schuldenbremse. Die ursprünglich geplante Finanzierung über das Sondervermögen für Klimaschutz in Höhe von fünf Milliarden Euro ist gescheitert. Juristische Hürden und fehlende Alternativen machen die Lage kompliziert.

Fernwärme und Wärmepumpen im Fokus der Technikstrategie

Im Mittelpunkt der Sanierung stehen moderne Energiequellen. Geplant ist der Anschluss vieler Gebäude an das Berliner Fernwärmenetz, das bis 2045 klimaneutral arbeiten soll.

Ist ein solcher Anschluss nicht möglich, wird auf Alternativen gesetzt:

  • Wärmepumpen
  • Fossilfreie Heizsysteme
  • Austausch alter Heizungen

Die technische Umstellung ist ein zentraler Hebel, um CO₂-Emissionen nachhaltig zu senken. Dabei steht nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut sich die ambitionierten Ziele mit den Bedürfnissen der Mieter vereinbaren lassen.

Quelle: RBB24, webrivaig.com/de

Ähnliche Artikel

  • Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf

    Ein großflächiger Stromausfall betrifft aktuell mehrere Teile von Steglitz-Zehlendorf. Behörden, Hilfsorganisationen und kirchliche Träger reagieren mit konkreten Maßnahmen. Ziel ist es, betroffenen Menschen kurzfristig Schutz, Wärme und verlässliche Informationen bereitzustellen. Die Angebote sind räumlich verteilt, klar benannt und zeitlich geregelt. Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie vergleichbarer Ereignisse ein, über die bereits im Zusammenhang mit dem längsten Stromausfall in Berlin berichtet wurde.

  • Notdienste und Versorgung an Feiertagen in Berlin und Brandenburg Notdienste und Versorgung an Feiertagen in Berlin und Brandenburg

    Feiertage führen zu geschlossenen Arztpraxen und verkürzten Öffnungszeiten. Gleichzeitig entstehen akute Bedarfe. Berlin und Brandenburg sichern auch an Weihnachten, Silvester und Neujahr eine flächendeckende medizinische und soziale Versorgung. Hotlines, Bereitschaftsdienste und Sonderöffnungen bleiben aktiv. Besonders relevant ist das bei Ausnahmesituationen wie einem längeren Stromausfall in Berlin.

  • Festliche Tage in Berlin Festliche Tage in Berlin

    Das vierte Adventswochenende bietet in Berlin zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Mehr als 5 Spielstätten öffnen ihre Türen und präsentieren Programme aus Akrobatik, Musik, Schauspiel und Kunst. Die Termine sind über drei Tage verteilt und sorgen für ein dichtes Angebot. Besucher können aus verschiedenen Genres wählen, was das Wochenende besonders abwechslungsreich macht.

  • Silvesterpläne am Brandenburger Tor bleiben bestehen Silvesterpläne am Brandenburger Tor bleiben bestehen

    Ein traditionsreicher Ort rückt erneut in den Mittelpunkt. Das Brandenburger Tor soll auch dieses Jahr Schauplatz einer großen Feier werden. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin schafft dafür die Grundlage. Das Gericht hat den Eilantrag des Kulturbündnisses abgewiesen und damit den Weg für die geplante Veranstaltung des Landes Berlin freigemacht. Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle. Die Details zeigen, wie komplex die Abstimmung solcher Großereignisse ist.

  • Weihnachten in Berlin – Kultur erleben Weihnachten in Berlin – Kultur erleben

    Berlin bereitet sich auf die festliche Zeit vor. Überall leuchten Lichter, doch nicht nur Besinnlichkeit steht im Mittelpunkt. Auch an diesem Wochenende bietet die Hauptstadt ein breites Kulturprogramm. Von Musik über Tanz bis hin zu bildender Kunst – für jeden Geschmack ist etwas dabei.