Inhaltsverzeichnis:
- Berliner Polizei reagiert mit Präventionsteams
- Falsche Namen auf der Liste der bedrohten Schulen
- Reaktionen von Eltern und Schülervertretungen
- Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens
Berliner Polizei reagiert mit Präventionsteams
Nach Angaben der Polizei wurde die Drohung am Sonntagnachmittag bekannt. Sie verbreitete sich rasch in Schulgruppen, wobei rund 20 Einrichtungen namentlich genannt wurden. Am Abend erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass „Hinweise auf Gefährdungen oder konkrete Bedrohungen“ nicht vorlägen. Die Beamten betonten, dass es sich um Falschmeldungen handle.
Mehr als 900 Anrufe gingen über den Notruf ein. Die Einsatzkräfte standen am Montagmorgen an 22 Schulen im Einsatz. Dabei kamen speziell geschulte Präventionsteams zum Einsatz, die Lehrerinnen, Schüler und Eltern über den Hintergrund der Nachrichten informierten. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, keine unbestätigten Gerüchte zu verbreiten und den Notruf nur bei echten Notfällen zu nutzen.
Zur allgemeinen Sicherheitslage äußerte sich ein Polizeisprecher ähnlich wie in früheren Fällen, etwa nach dem vereitelten Anschlagsverdacht in Berlin, und verwies auf die Bedeutung der schnellen Informationsprüfung.
Falsche Namen auf der Liste der bedrohten Schulen
Auch die Liste der angeblich betroffenen Schulen enthielt zahlreiche Fehler. So wurde das „Mommsen-Gymnasium“ in Charlottenburg genannt, das seit 1945 nicht mehr existiert. Ebenso ist das „Heinrich-von-Kleist-Gymnasium“ seit seiner Fusion im Jahr 2012 unter diesem Namen nicht mehr aktiv. Das frühere Schulgebäude in der Moabiter Levetzowstraße wird heute anderweitig genutzt.
Diese Ungenauigkeiten wiesen früh auf einen möglichen Fake hin. Trotzdem kam es in einzelnen Bezirken wie Reinickendorf zu Verunsicherung. Dort meldeten sich laut Schulleitung rund 300 von 900 Schülern am Montag ab. An den meisten anderen Schulen verlief der Unterricht regulär.
Reaktionen von Eltern und Schülervertretungen
In sozialen Netzwerken und Messenger-Chats löste die Nachricht eine Welle an Diskussionen aus. Viele Eltern äußerten ihre Sorgen. Landeselternsprecher Norman Heise sprach von „Propaganda zulasten der Kinder und Eltern“, die gezielt Verunsicherung schüre. Er appellierte an die Bevölkerung, keine ungeprüften Informationen weiterzuleiten.
Auch Landesschülersprecher Orçun Ilter erklärte, er habe erst am Sonntagabend von den Falschmeldungen erfahren. Schul- und Elternvertretungen baten um Ruhe und Vernunft. Mehrere Schulleitungen teilten mit, dass der Unterricht am Montag regulär stattfinden werde.
Einige Medien erinnerten an ähnliche Fälle, etwa die Bombendrohungen an Schulen in Berlin und Brandenburg, die bereits im Frühjahr für Unruhe gesorgt hatten.
Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens
Die Berliner Polizei leitete Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Dabei wird geprüft, wer hinter der Verbreitung der Drohnachrichten steht. Erste Spuren führen laut Behörden auf russische Quellen hin.
Die Beamten kündigten an, weiterhin in der Nähe von Schulen präsent zu bleiben. Präventionsteams sollen vor Ort Ansprechpartner für Lehrkräfte und Eltern sein. Das Ziel bleibt, Panik zu vermeiden und Vertrauen in die Sicherheitslage zu stärken.
Auch in früheren Sicherheitslagen, etwa nach der Verlängerung des Messerverbots an Berliner Bahnhöfen, hatte die Polizei betont, wie wichtig die korrekte Weitergabe geprüfter Informationen sei.
Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den kursierenden Nachrichten eindeutig um Falschmeldungen handelt. Trotzdem zeigt der Vorfall, wie schnell digitale Gerüchte Unruhe in einer Stadt wie Berlin auslösen können.
Prüfe die Standorte der Gymnasien in Berlin auf Google Maps:
Karte: Google Maps
Quelle: Tagesspiegel, SN2WORLD