Freitag, 17 Oktober 2025 11:53

Leistungseinbruch in Mathe und Naturwissenschaften

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Schüler in Berlin und Brandenburg mit schwächeren Mathe-Ergebnissen. Schüler in Berlin und Brandenburg mit schwächeren Mathe-Ergebnissen. Foto: Pixabay

Das Niveau in Mathematik und den Naturwissenschaften fällt bundesweit spürbar ab. Besonders betroffen sind Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg. Der aktuelle IQB-Bildungstrend zeigt einen deutlichen Leistungsrückgang seit dem Jahr 2018. Die Ergebnisse wurden am Rande der Konferenz der Bildungsministerinnen und -minister in Berlin veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis:

Schwächere Ergebnisse in Berlin und Brandenburg

In Berlin verfehlen 36,9 Prozent der Neuntklässler den Mindeststandard in Mathematik für den mittleren Schulabschluss. In Brandenburg sind es 31 Prozent. Damit liegt Brandenburg leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt von 34,1 Prozent. Die Studie macht deutlich, dass sich die Leistungen innerhalb der letzten Jahre stark verschlechtert haben. 2012 lag der Anteil der Berliner Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard verfehlten, bei 32,8 Prozent, 2018 bei 33,9 Prozent. In Brandenburg stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 18,8 auf 24,2 Prozent. Der Leistungsabfall seit 2018 ist somit in beiden Ländern deutlich ausgeprägter.

Deutliche Unterschiede zwischen den Naturwissenschaften

Die Untersuchung erfasste auch die Fächer Biologie, Chemie und Physik. In Berlin sind die Ergebnisse schwächer als in Brandenburg. In Biologie verfehlten 17 Prozent der Berliner Neuntklässler die Mindestanforderungen, in Chemie 34 Prozent, in Physik 27 Prozent. In Brandenburg lagen die Werte niedriger: 10 Prozent in Biologie, 23 Prozent in Chemie und 14 Prozent in Physik. Damit positioniert sich Brandenburg auf oder leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Autoren der Studie betonen, dass besonders die ostdeutschen Flächenländer bei naturwissenschaftlichen Kompetenzen vergleichsweise stark sind.

Leistungsunterschiede zwischen den Bundesländern

Die Ergebnisse zeigen, dass alle 16 Bundesländer vom negativen Trend betroffen sind. Das Ausmaß der Verschlechterung ist jedoch unterschiedlich.

  • Deutlich unter dem Mittelwert liegen Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland.
  • Überdurchschnittlich gut schnitten Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen ab.

Diese Unterschiede verdeutlichen, dass regionale Bildungssysteme verschieden stark auf aktuelle Herausforderungen reagieren.

Rückgang betrifft alle Schulformen

Laut der Analyse ist das Niveau in Mathematik und Chemie besonders schwach. Die negativen Entwicklungen betreffen nicht nur leistungsschwächere Jugendliche, sondern auch Gymnasiasten. Der Kompetenzrückgang zeigt sich über alle Schulformen hinweg. Die Forscherinnen und Forscher stellen fest, dass sich der Leistungsabfall unabhängig von Faktoren wie Zuwanderungshintergrund oder sozialer Herkunft vollzieht. Damit verlieren die bisherigen Erklärungsansätze an Gewicht. Der Trend deutet vielmehr auf strukturelle Probleme im Bildungssystem hin.

Zusammengefasst zeigen die Daten des IQB-Bildungstrends, dass sich das Kompetenzniveau in Deutschland seit Jahren kontinuierlich verschlechtert. Besonders Mathematik und Chemie weisen bundesweit alarmierende Ergebnisse auf. Die Entwicklung betrifft alle Regionen und Schularten – und sie zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Bildungsqualität langfristig zu sichern.

Quelle: Tagesschau, www.24edu.info/de

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