Freitag, 16 Mai 2025 10:23

Nachhaltigkeit der Special Olympics 2023

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Special Olympics Special Olympics pixabay/Foto illustrativ

Die Special Olympics World Games 2023 hinterließen in Berlin und Brandenburg bleibende Eindrücke. Knapp 6.500 Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Beeinträchtigung traten damals in über 20 Disziplinen an. Über 50.000 Zuschauer feierten im Olympiastadion die Eröffnungsfeier. Heute erinnern eine Stele vor dem Stadion und zahlreiche Initiativen an das Großereignis. Doch was hat sich seitdem tatsächlich verändert?

Inhaltsverzeichnis:

Sven Albrecht und Florian König betonen Erfolge des Host-Town-Programms

Mehr als 200 Kommunen beteiligten sich 2023 am sogenannten Host-Town-Programm, das die Grundlage für nachhaltige Inklusion in Deutschland legte. Sven Albrecht und Florian König, beide führend bei Special Olympics Deutschland, verweisen auf positive Entwicklungen. Lokale Umfragen zeigten eine deutlich offenere Haltung gegenüber Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. In den aufnehmenden Städten wurden neue Kontakte und Initiativen gestartet, die teilweise bis heute bestehen.

Auch die Berliner Tennisspielerin Samantha Eckert profitierte direkt von der Veranstaltung. Sie gewann zwei Silbermedaillen und wurde bei einer späteren Sportlerwahl auf Platz drei gewählt. Obwohl das mediale Interesse inzwischen abgenommen hat, bleibt ihr Engagement stark: Als Beisitzerin im Vorstand von Special Olympics Jugend in Berlin setzt sie sich für eine inklusive Jugendarbeit ein.

Der Landessportbund Berlin meldet wachsende Beteiligung

Die Zahl der Mitglieder im Berliner Netzwerk „Sport & Inklusion“ hat sich seit den Spielen verdoppelt. Inklusionsmanager Tim Tschauder berichtet von gestiegenem Interesse seitens der Vereine. Die Nachfrage nach Beratung und Fördermittelanträgen wächst. Vor den Spielen musste das Netzwerk noch aktiv werben – heute kommen die Anfragen verstärkt von außen.

Ein zentrales Problem bleibt jedoch die ungleiche Verteilung sportlicher Angebote innerhalb Berlins. Inklusive Gruppen wie die Handballmannschaft in Neukölln existieren, sind jedoch schwer erreichbar für Menschen aus entfernten Stadtteilen wie Spandau. Zusätzlich fehlt es an struktureller Unterstützung im Bereich Transport. Viele Athletinnen und Athleten müssen den Heimweg selbst finanzieren, was die Teilnahme erschwert.

Potsdam als positives Beispiel für inklusives Wachstum

Nach den Spielen gründete Norma Rettich ein inklusives Hockeyteam in Potsdam, das mittlerweile 22 Mitglieder zählt. Die Teilnehmer sind zwischen 13 und 42 Jahre alt. Das Projekt wird unter anderem von der Aktion Mensch gefördert. Das Training erfolgt wöchentlich auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union. Der große Zuspruch führt jedoch zur Kapazitätsgrenze. Ein Trainer betreut aktuell bis zu vier Sportlerinnen und Sportler. Zusätzliche Fachkräfte sind notwendig, aber schwer zu finden.

Ein Lehrgang in Köln zur Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern brachte mit 26 Teilnehmenden zwar einen Rekord, deckt den steigenden Bedarf jedoch nicht. Rettich engagiert sich seit 2024 zusätzlich als stellvertretende Präsidentin von Special Olympics Brandenburg. Auch sie sieht Fortschritte, betont aber die Abhängigkeit von Projektmitteln.

Nachhaltigkeit hängt von Förderung und Alltagsetablierung ab

Special Olympics Deutschland fordert langfristige Finanzierungsmodelle zur Sicherung der inklusiven Strukturen im Sport. Häufig enden vielversprechende Projekte nach Ablauf der Förderperioden. Die Sportlandschaft müsse – so die Einschätzung aus dem Verband – strukturell angepasst werden, damit Inklusion über Einzelereignisse hinaus Wirkung entfalten kann.

Die Resonanz auf die Spiele zeigt: Inklusion im Sport gewinnt an Sichtbarkeit, doch sie braucht kontinuierliche Unterstützung. Die nächste Gelegenheit zur Stärkung dieser Bewegung bieten die Landesspiele im Juli 2025 in Berlin und Brandenburg. Auch Samantha Eckert wird dort aktiv sein – diesmal als Mentorin und Unterstützerin der nächsten Generation.

Quelle: RBB24, www.welt.sn2world.com

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