Montag, 08 September 2025 11:32

Tesla baut Entwicklungszentrum in Berlin-Köpenick

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Tesla setzt in Köpenick auf Nähe zu Forschung und Hochschulen. Tesla setzt in Köpenick auf Nähe zu Forschung und Hochschulen. Pixabay/Foto illustrativ

Tesla eröffnet in Berlin-Köpenick ein neues Entwicklungszentrum und setzt dabei auf die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Der US-Elektroautobauer investiert in leerstehende Fabrikhallen, die sowohl Platz als auch logistische Vorteile bieten. Besonders entscheidend ist die Nähe zu Universitäten wie der Technischen Universität Berlin oder der Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Inhaltsverzeichnis:

Lars Moravy und die Nähe zu Berliner Universitäten

Lars Moravy, Vizepräsident und Chefentwickler von Tesla, erklärte, dass die Wahl von Köpenick stark mit der Wissenschaftslandschaft zusammenhängt. Die Anbindung zur Gigafactory in Grünheide und die direkte Nähe zu Forschungseinrichtungen machen den Standort attraktiv.

In Berlin gibt es mehrere große Hochschulen mit Expertise in Batterieforschung, Informatik und Energiesystemen. Damit könnten neue Brücken zwischen Forschung, Startups und Industrie entstehen. Die Frage bleibt jedoch, ob Hochschulen trotz der politischen Eskapaden von Elon Musk eine Kooperation eingehen.

Jean-Pierre Seifert und die Forschung an der TU Berlin

Jean-Pierre Seifert, Professor für Computersicherheit an der TU Berlin, sieht Chancen für eine Zusammenarbeit. Seine Forschungsgruppe konnte bereits Sicherheitslücken im Tesla Model 3 aufdecken, indem sie Infotainment- und Autopilot-Chips hackte.

  • Tesla reagierte offen auf die Ergebnisse
  • Das Unternehmen lud die Forscher ein, ihre Erkenntnisse zu diskutieren
  • Im Gegensatz zu deutschen Herstellern verzichtete Tesla auf juristische Schritte

Seifert betont, dass Kooperationen möglich seien, jedoch klare institutionelle Rahmenbedingungen nötig seien. Politische Aussagen von Musk, insbesondere seine Nähe zur AfD, hält er für ein Hindernis.

Kooperationen mit der TH Wildau

Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit bietet die Technische Hochschule Wildau. Jörg Reiff-Stephan, Leiter des Studiengangs Automatisierungstechnik, berichtet von rund 40 dual Studierenden, die bereits in Kooperation mit Tesla betreut wurden.

Die ersten Projekte verlangten klare Regeln zu Datenschutz und Geheimhaltung. Inzwischen sind funktionierende Abläufe etabliert. Reiff-Stephan sieht Potenzial über das Automobil hinaus. Besonders Energiespeicher und Energieeffizienz könnten durch gemeinsame Forschung vorangebracht werden.

Julia Kowal und die Batterieforschung an der TU Berlin

Auch die TU Berlin blickt auf Köpenick. Julia Kowal, Professorin für elektrische Energiespeichertechnik, untersucht die Lebensdauer und den Zustand von Batterien. Ihre Forschung könnte direkt in Teslas Produktentwicklung einfließen.

  • Optimierung von Lade- und Nutzungsstrategien
  • Verlängerung der Batterielebensdauer
  • Neue Berufschancen für Studierende in Berlin

Kowal betont, dass Unternehmen nie ohne Eigeninteresse in Hochschulen investieren. Dennoch sei die Präsenz eines weiteren Batterieunternehmens für den Standort ein Gewinn.

Tesla in der Startup-Szene in Berlin

Tesla ist auch in der Gründerszene aktiv. Bei der Startup-Fabrik Unite, die 10 Millionen Euro Bundesförderung erhielt, ist der Konzern beteiligt. Zum Konsortium gehören FU, HU und TU Berlin. Unite versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Startups.

Laura Möller, Geschäftsführerin von Unite, nennt konkrete Projekte:

  1. Innovation Challenge mit Tesla
  2. Fellowship-Programm zur Förderung weiblicher Talente

Diese Initiativen sollen die Innovationskraft der Hauptstadt stärken. Für viele Gründer sei es spannend, mit einem globalen Partner wie Tesla zu arbeiten.

Finanzielle Herausforderungen der Universitäten

Die Berliner Hochschulen stehen vor Kürzungen durch den Senat. Geplante Einsparungen betreffen Studienplätze, Professuren und wissenschaftliche Mitarbeiter. Externe Finanzierung durch Industriepartner wie Tesla wird dadurch immer wichtiger.

Die Hauptstadtregion bietet eine lebendige Wissenschafts- und Startup-Szene, leidet jedoch unter einer schwachen industriellen Infrastruktur. Jean-Pierre Seifert sieht in der Ansiedlung von Tesla eine Chance, diesen Nachteil teilweise auszugleichen.

Tesla könnte für die Berliner Wissenschaft eine wertvolle Ergänzung darstellen – vorausgesetzt, die politischen Hürden werden überwunden und die Kooperationen auf klaren Vereinbarungen aufgebaut.

Quelle: rbb24, webrivaig.com/de

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