Montag, 17 Februar 2020 17:59

Rund 4 Milliarden Euro Bausparsumme: LBS Nord mit Plus im Neugeschäft

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Einen deutlichen Zuwachs im Neugeschäft hat die LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover (LBS Nord) im vergangenen Geschäftsjahr erzielt. Im Jahr 2019 wurden Bausparverträge über 3,99 Milliarden Euro abgeschlossen. Das ist eine Zunahme um 10,7 Prozent. Auch die Vermittlung von Finanzierungen konnte um 10,4 Prozent gesteigert werden.

 

"Unser gutes Vertriebsergebnis bestätigt den Wunsch nach langfristiger Zinssicherheit", erklärt Dr. Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Nord. "Wir liegen damit über dem Branchenschnitt."

Bausparförderung wird verbessert

Ein Bausparvertrag ermögliche eine stabile Eigenkapitalbildung, eine zinsgünstige Finanzierung und werde durch bis zu drei staatliche Förderungen unterstützt: Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen mit Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohn-Riester.

Der LBS-Vorstandsvorsitzende begrüßt es in diesem Zusammenhang, dass ab dem Jahr 2021 die Wohnungsbauprämie deutlich verbessert wird. "Die Politik hat damit ein starkes Signal gesetzt, um das Eigenkapital der Bausparer zu stärken. Durch die Erhöhung der Einkommensgrenzen erreicht die Förderung wieder einen größeren Teil der Bevölkerung. Höhere Prämiensätze und höhere begünstigte Einzahlungen bieten einen wirkungsvollen Anreiz, für Wohneigentum zu sparen", so Dr. Kamp.

Nach Berechnungen der LBS Nord können in Niedersachsen künftig 3,7 Millionen Bürger ab 16 Jahren die zehnprozentige Sparförderung bekommen, in Berlin sind es nunmehr 1,7 Millionen.

Dass immer mehr Menschen einen Bausparvertrag als Weg zu den eigenen vier Wänden nutzen, zeige auch die Steigerung bei den Zuteilungen, so Dr. Kamp. 2019 teilte die LBS Nord 27.315 Verträge zu (+9,9 Prozent) und stellte damit eine Bausparsumme von 660,3 Millionen Euro (+13,4 Prozent) für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum zur Verfügung.

"Run" auf eigene vier Wände

Trotz steigender Preise habe der "Run" auf die eigene Immobilie nicht nachgelassen, stellt Dr. Kamp fest. Entsprechend sei die Nachfrage nach Finanzierungen bei der LBS Nord spürbar gestiegen. Im Jahr 2019 schloss sie einschließlich der Vermittlung von Sparkassenkrediten mit ihren Kunden Darlehen in Höhe von insgesamt 810,7 Millionen Euro ab. Die Kreditsumme wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Prozent.

Der größte Anteil des Kreditgeschäfts entfiel auf Sofortfinanzierungen, mit denen die Kunden ihren Wohneigentumswunsch direkt in die Tat umsetzen konnten. Die LBS Nord vermittelte im Jahr 2019 eine Kreditsumme von 541,3 Millionen Euro an außerkollektiven Krediten, ein Plus von 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diese LBS-Produkte seien bei den Kunden besonders gefragt, betont Dr. Kamp, da sie bis zu 33 Jahre Zinssicherheit bieten können. "Finanzierungen mit besonders langen Laufzeiten machen bereits rund die Hälfte unseres Kreditgeschäftes aus und sind eine optimale Ergänzung zum Produktangebot unseres Vertriebspartners Sparkasse."

Rekordumsatz bei der LBS Immobilien NordWest

Auf dem Immobilienmarkt, erklärt der LBS-Nord-Vorsitzende, sei kein Ende der Boomphase in Sicht. Davon profitierte auch die LBS Immobilien GmbH NordWest (LBSi NordWest), die gemeinsam mit 20 kooperierenden Sparkassen in Niedersachsen in ihrem Geschäftsgebiet eine der größten Maklergesellschaften ist.

Im Jahr 2019 vermittelte die LBSi NordWest gemeinsam mit ihren Sparkassenpartnern in Niedersachsen und Berlin insgesamt 3.404 Häuser, Wohnungen und Grundstücke. Mit einem Kaufwertvolumen von 708,5 Millionen Euro übertraf sie das Vorjahr um 17,8 Prozent und erreichte einen neuen Rekordwert.

Immobilienpreise steigen weiter

Der Druck auf den Immobilienmarkt werde weiter anhalten, da das knappe Angebot weiter die Preise in die Höhe treibe, so Dr. Kamps Prognose. So seien laut einer aktuellen Untersuchung des Institus empirica Immobilien in Niedersachen und Berlin deutlich teurer geworden.

In Hannover etwa verteuerten sich gebrauchte Einfamilienhäuser seit 2016 um 13 Prozent pro Jahr. In Berlin legten die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen ebenfalls um rund 13 Prozent pro Jahr zu.

Betriebsergebnis über Plan

Betriebswirtschaftlich sieht LBS-Chef Dr. Kamp sein Haus gut aufgestellt. Die LBS Nord erzielte im Jahr 2019 ein Betriebsergebnis nach Steuern in Höhe von 2,4 Millionen Euro (Vorjahr: 3,2 Millionen Euro). "Dieser Ertrag wird zur Stärkung unseres Eigenkapitals verwendet werden. Angesichts der weiterhin angespannten Zinssituation ist das ein solides Ergebnis, die Eigenmittel sind in ausreichendem Maße vorhanden."

Die Provisionsaufwendungen für die Sparkassen hätten sich deutlich erhöht. Das liege am erfreulich hohen Neugeschäft. "Das sind Investitionen in die Zukunft, die wir gern tragen", betont Dr. Kamp. Die Bilanzsumme der LBS Nord wuchs 2019 um 4,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.